Samstag, 12. Dezember 2009

Weihnachtsdekoration




Am 30. November hatte Anders frei und als ich von der Arbeit nach Hause kam, hat er die ganze Wohnung mit Christbaumkugeln dekoriert und auch Bandit nicht vergessen. Nun ist es bei uns schön weihnachtlich, neben den Kugeln hängt auch mein Stern im Bürozimmer, im Wohnzimmer der Sternenvorhang und in der Küche steht der "ljusstake" (Kerzenständer) von Anders auf dem Fensterbrett und erleuchtet die Dunkelheit.

Öppna Julgatan und "lilla jul" 26. November 2009




Am 26.11.2009 öffnete quasi die "julgatan"(Weihnachtsstrasse) in Mariehamn. Auf diesen Zeitpunkt haben alle Geschäfte ihre Weihnachtsdeko in den Schaufenstern fertig gestellt. Und die Weihnachtsbeleuchtung in der Torggatan leuchtet auch seit diesem Tag.

Am 28.11.2009 (immer am Samstag vor dem 1. Advent) feiern die Finnen "lilla jul" ("pikkujoulu" auf finnisch) was soviel wie "kleine Weihnacht" bedeutet und ein Vorgeschmack auf Weihnachten ist. Es wird ein kleiner "julgran" (Tannenbaum) aufgestellt. Meistens kriegen die kleinen Kinder irgendwelche kleinen "julklappar" (Weihnachtsgeschenke).

Später im Dezember wird der "kleine" Tannenbaum gegen einen grossen ausgetauscht. In den Schulen werden Weihnachtslieder gesungen und "pepparkakor" (Pfefferkuchen) gegessen.

Tagesausflug nach Stockholm 19. November 2009




Morgens fuhren wir mit der m/s Rosella um 8.00 Uhr nach Kapellskär, von dort mit dem Bus anderthalb Stunden nach Stockholm, wo wir dann um ca. 11 Uhr ankamen. Die vielen Leute einer Grossstadt bin ich mir nicht mehr so gewohnt. Puh, hatte das Volk in Stockholm! Und das an einem Werktag! Für Sightseeing blieb leider keine Zeit. Wir hatten nur ein paar Stunden Zeit, um alle Besorgungen zu machen, dann hiess es wieder (dieses Mal mit zig Taschen) auf den Bus nach Kapellskär und dann mit der Abendfähre heim nach Mariehamn.

Fotofestival auf Åland 9.-10. Oktober 2009




An diesem Weekend fand das 1. Fotofestival auf Åland statt und zwar im Alandica Kultur- und Kongresszentrum in Mariehamn, wo auch das Kino ist. Es wurden namhafte Naturfotografen (von denen ich allerdings noch nie gehört habe) eingeladen, Vorträge zu halten.

Wir Mitglieder des „Obscura Fotoklub“ haben Bilder für eine Bildershow zur Verfügung gestellt. Ich hatte schon aus der Schweiz meine Bilder eingesandt – und was für ein tolles Gefühl, ein paar davon in der Bildershow zu entdecken! Zu Beginn der Show wurden alle Namen aufgelistet und meiner stand da auch! Und das grösste: Vor jedem Vortrag, den die Naturfotografen hielten, wurde zuerst „unser“ Bildspiel gezeigt. Meine Bilder auf Kinolein-wandgrösse zu sehen – hach, das war einfach obergenial!

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/742475/display/18850279

Der erste Vortrag fand am Freitagabend von 19-21 Uhr statt. Brutus Östling (ich möchte ja nicht Brutus heissen) zeigte uns seine neuesten und auch ältere Bilder. Er fotografiert hauptsächlich Vögel – Pinguine (was für geniale Bilder er gemacht hat, genau wie Bruno Zehnder), Greifvögel, Kolibris, Möwen….

Und da ich ja auch schon oft Vögel und anderes Getier fotografiert habe, weiss ich, wie schwierig dies ist. Und sass nur da (in einem roten weich gepolstertem Kinosessel) und hab zwei Stunden lang nur gestaunt, was der alles kann. Er hat natürlich eine Ausrüstung (600mm-Objektiv unter anderem) wovon ich nur träumen kann – aber trotzdem. Er hat einfach immer genau DEN richtigen Moment eingefangen. Zu jedem Bild hatte er eine Erzählung parat, wie, wo, wann geschossen und was er alles erlebt hat.

Ich konnte einfach nicht widerstehen und musste uns unbedingt sein neuestes Buch „att överleva dagen“ (den Tag überleben) kaufen. Mit persönlicher Widmung für Anders und mich.

Samstag ging es weiter mit vielen Vorträgen, ich konnte aber aus Zeitgründen nur drei besuchen. Der eine war von Anders Geidemark aus Schweden, der Bilder aus dem „wilden Albanien“ gezeigt hat. Normalerweise hört man ja aus Albanien oder von Albaniern nicht so tolle Sachen, aber die haben also ein schönes Land! Wobei er gesagt hat, dass in Albanien die Männer immer „käfelen“ und die Frauen und Eseln die Arbeit verrichten, was man auch auf den Bildern sehr gut gesehen hat. Der Mann trägt einen Kübel und die Frau eine Tonne Stroh auf dem Rücken. Er hat eindrückliche Natur- und Landschaftsaufnahmen gezeigt.

Einen kürzeren Vortrag über Modefotografie liess ich mir auch nicht entgehen. Es war sehr interessant, hinter die Kulissen eines Modefotografen zu schauen und zu entdecken, was und wie viel Arbeit hinter einem Bild steckt.

Und dann kam (abgesehen vom Vortrag von Brutus Östling) das Beste: Mireille de la Lez (39jährig) präsentierte ihr neues Buch mit einer grossartigen Bildershow. Das Buch heisst „Värld av is – ett hotat arktis“, auf deutsch heisst es „Leben im Eis – Arktis in Gefahr“ (ist z.B. bei Ex Libris erhältlich: http://www.exlibris.ch/?status=detail&p_id=3013329&t_na=sbz).

Ich hab noch nie solche genialen Bilder gesehen. Sie lebt meistens während vier oder 6-10 Monaten in der Arktis. Am Anfang zeigte sie ein Video von der Arktis und da hörte man den Wind pfeifen! Also ich mach ja viel für ein gutes Bild, aber in die Arktis reisen – nein danke!! Dort ist es -40/-45°C und wenn es windet und stürmt sogar -80°C!!! Sie schläft in drei Schlafsäcken und hat zwei Kleidergrössen: Normalerweise Grösse 34 und wenn sie dann ihre sechs Lagen Wolle angezogen hat, Grösse 42! Sie isst irgend so gefrorenes Zeugs (ich hab diese Stelle nicht ganz verstanden) und jagt Seerobben und fischt, um sich zu ernähren.

Ausserdem ist sie immer bewaffnet, wenn sie unterwegs ist und fotografiert. Falls mal ein „isbjörn“ (Eisbär) zu nahe kommen sollte, kann sie so einen Warnschuss abgeben. Einer hat mal ihr Gepäck „beschlagnahmt“ und sie hatte Glück, dass er wieder abzottelte, ohne das Gepäck (Inhalt: 600mm-Objektiv!!) zu zerstören. Sie hatte schon Angst, dass sie Nikon anrufen muss, damit die ein neues Tele in die Arktis liefern.

Für das Buch hat sie sieben Jahre lang (!!!) gearbeitet. Und meistens noch alles analog fotografiert. Einmal hat ein „Fjällräv“ (Polarfuchs - http://de.wikipedia.org/wiki/Polarfuchs) aus ihrer geöffneten Tasche eine Filmrolle geklaut und ist damit abgehauen. Bye bye, Bilder!

Einmal wurde ein Walross obduziert und man fand in seinem Magen über 6000 Muscheln! Ich hab extrem viel über die Tiere in der Arktis gelernt bei diesem Vortrag und war sehr berührt. Sie hat super Bilder gezeigt und eindrücklich erzählt, wie das mit dem Klimawandel vor sich geht (Erwärmung der Arktis, Schmelzen der Gletscher) und am Schluss war es sehr still im Saal. Alle waren echt ergriffen und ich glaube, die meisten wären am liebsten gleich aufgestanden und hätten einen Eisbären geknuddelt und denen Extraeis geschenkt.

Die Frau hat ja echt Geduld – ich wüsste nicht, ob ich soviel Geduld für ein einzelnes Foto aufbringen würde. Ihre Arbeit sieht so aus, dass sie sich quasi an einem Ort platziert und dann wartet, bis etwas passiert. Manchmal wartet sie einen Tag, manchmal eine Woche, manchmal Monate oder sogar ein Jahr. Aber ihre Geduld lohnt sich. Sie hat suuuuuper Bilder gemacht. Aber ich hätte echt Schiss. Ich meine, wenn so ein Eisbär so ca. 100m weit weg ist und dann näher und näher kommt – ich glaub, ich würde so schnell ich könnte, wegrennen. Vielleicht vorher noch einmal auf den Auslöser drücken. Aber Mireille hat gesagt man muss „Stand your ground“ – also seinen Platz nicht aufgeben, sondern dem Eisbär „klarmachen“, dass du bleibst und er gehen muss. Ich würde schlottern vor Angst (und vor Kälte)! Sie hat gesagt, man sage, man dürfe nicht schlecht über die Eisbären denken, denn die könnten quasi deine „schlechten Gedanken“ lesen.

Falls also jemand interessiert ist, das Buch kann ich wärmstens empfehlen! Ich hab es nämlich auch noch gekauft (das war ein teures Weekend – 2 Bücher, Eintritt fürs Festival, Abendessen und Fotoausflug). Aber es ist immerhin billiger, als eine Reise in die Arktis für zwei Personen

Am Samstag Abend gab es im Hotel/Restaurant Arkipelag (liegt im Osthafen) ein feines Nachtessen für uns Fotoclubmitglieder, die das Festival besucht haben. Da waren also wir von Obscura und noch Mitglieder aus sieben anderen Fotoklubs (u.a. auch Schweden und Finnland) anwesen – 95 Personen! Das Essen, irgendso ne Suppe, wo ich nicht mehr weiss, was es war, es aber fein geschmeckt hat, mit Lammtartar, danach Aborréfilets mit Pilzsauce und Härdöpfelstock.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Skördefest 18.-20. September 2009




Mit dem Bus fuhr ich zum Erntedankfest-Markt in Jomala. Im Bus gab's von den zwei Hostessen schon mal erste Infos vorab und einen Gutschein für einen "äpplekaka och kaffe" (Apfelkuchen und Kaffee), den ich mir natürlich nicht entgehen liess. Am Eingang hiess uns bereits eine Heuballenkuh freundlich willkommen. Das war ja echt witzig. Einen Heuballenesel hab ich auch noch entdeckt.

Es gab zig Verkaufsstände und es wurden nur Sachen verkauft, die auf Åland produziert wurden. Das Thema des Festes waren die Äpfel, da 60% der Äpfel aus Finnland auf Åland produziert werden. Daneben gab es noch ganz viele andere Sachen: Kartoffeln, Salate, Brot, Honig, Fische (dort duftete es wie auf einem riesigen Fischmarkt), Randen, Zwiebeln... Jeder einzelne Verkaufsstand hatte seine Sachen so liebevoll arrangiert und dekoriert. Es war eine Freude, auf dem Markt herumzustöbern und Fotos zu machen!

Neben Lebensmittel gab es auch noch ganz viele andere Produkte, die angeboten wurden. Unter anderem Schaffelle, Strickwaren (wunderschön gestrickte Sachen, so will ich auch mal stricken können), Kissen, Topflappen, Einkaufstaschen etc.

Meine Einkaufstasche füllte sich am Schluss mit kanelbullar (Zimtschnecken) für die Schwiegereltern und Salat, Brot, Kartoffeln und geräuchtem Lachs für uns zwei. Der Lachs hat echt fein geschmeckt.

Für die Technikfreaks gab's eine Traktorshow und ausserdem wurde mehrmals Squaredance aufgeführt.

Ach ja und von all den 6000 Leuten, die den Markt von Freitag-Sonntag besucht haben, kenne ich schon einige. Ich kann nun nicht mehr unerkannt rumschlendern, überall werde ich angesprochen. Entweder treffe ich Leute vom Steueramt, vom Gospelchor oder vom Fotoclub.

Das Wetter war super, warm und schön und der Anlass echt gelungen. Mehr Bilder des "Skördefest" seht ihr in meinem Fotocommunity-Account: http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/742475

Sonntag, 13. September 2009

Orrdals Klint




Wir sind auf den höchsten "Berg" Ålands raufgeklettert. Auf wackeligen alten Holztreppen aus den 40er Jahren, die aber zum Glück immer noch gehalten haben. Nach 129 Meter raufkraxeln (so hoch ist die höchste Erhebung Ålands!) geniesst man eine traumhafte Aussicht auf den "bottenhavet", den Bottnischen Meerbusen, vorallem wenn man noch den 5 Meter hohen Aussichtsturm erklimmt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Orrdalsklint
http://de.wikipedia.org/wiki/Bottnischer_Meerbusen

1940 wurde dort ein "stuga" (ein kleines Holzhäuschen) gebaut und zwar im kalten Winter bei minus 26-27 Grad wurde das Baumaterial dort raufgeschleppt. Dort wohnte während des Zweiten Weltkrieges Luftbewachungspersonal.

Der Weg zu Orrdals Klint ist schwierig zu finden. Die Gemeinde und der Eigentümer sind sich nicht ganz im Klaren, wer nun das Recht hat, Hinweisschilder aufzustellen. Und da dies zu einem Zerwürfnis geführt hat, wurden die Schilder einfach kurzerhand entfernt.

http://www.alandstidningen.ax/article.con?iPage=1&id=18042

Zum Glück haben Anders Eltern den Weg für uns rausgesucht und uns eine gute Wegbeschreibung mitgegeben. Es gab nämlich schon Leute, die im Wald den Aufgang zu den Treppen mindestens eine halbe Stunde lang gesucht haben, da er so versteckt liegt. Doch wir haben es bald gefunden und nachher eine tolle Zeit dort oben gehabt.

Donnerstag, 20. August 2009

Kobba Klintar




Am 15. August fuhren Mami, Bruno, Siv, Bror und ich mit dem Boot nach Kobba Klintar, einer Insel, die vor Mariehamn liegt. Auf dem Hinweg hat es echt gewindet und es hat soviel Wasser ins Boot gespritzt, dass meine Jeans klitschnass waren.

Da wir rechtzeitig losgefahren sind, hatten wir die Möglichkeit, allen Fähren zuzuwinken, die nach Mariehamn und wieder retour nach Turku, Helsinki oder Kapellskär fuhren. Und das waren einige. M/s Silja Europa ist die grösste. Sie ist 202 Meter lang, 32 Meter breit und hat Platz für 3013 Passagiere und 340 Autos. Und es ist so faszinierend, wenn die Fähren nur wenige Meter von einem entfernt vorbeifahren!

Mehr über Silja Europa hier:
http://www.tallinksilja.com/en/tab2/ships/europa/

Am schönsten war aber natürlich, dass ich MEINE Fähre (siehe Bild) gesehen hab: Die m/s Isabella von Viking Line! http://www.vikingline.de/an_bord/isabella/

Und irgendwann werd ich auch damit mal eine Reise machen. Irgendwann.